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Kinzigtalsperre: Staudammweg bis Ende Oktober 2026 vollständig gesperrt

Allgemeines, Presse

Wasserverband bittet um Verständnis – Absperrungen wegen Lebensgefahr unbedingt beachten!

28. Juli 2026 –

Bad Soden-Salmünster/Ahl. Der Wasserverband Kinzig erneuert derzeit die Asphaltdichtung an der Kinzigtalsperre. Nachdem die zuständige staatliche Fachaufsicht beim Regierungspräsidium Darmstadt die erforderliche Genehmigung Ende Juni 2026 erteilt hat, konnte mit der Einrichtung der Baustelle begonnen werden.

Aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten muss der Weg über den Staudamm voraussichtlich bis Ende Oktober 2026 vollständig für Besucherinnen und Besucher gesperrt werden.

Während der Arbeiten kommen schwere Baumaschinen und weitere technische Geräte zum Einsatz. Außerdem müssen in einzelnen Bereichen die Geländer und Absturzsicherungen vorübergehend entfernt werden. Ein Betreten des abgesperrten Baustellenbereichs ist deshalb äußerst gefährlich. Es besteht Lebensgefahr.

Der Wasserverband Kinzig bittet alle Besucherinnen und Besucher dringend, die eingerichteten Absperrungen, Warnschilder und sonstigen Hinweise zu beachten. Die Absperrungen dürfen keinesfalls umgangen, überstiegen, verschoben oder eigenmächtig geöffnet werden. Dies gilt auch dann, wenn in einzelnen Bereichen zeitweise keine Bauarbeiten stattfinden.

Durch die Sperrung des Staudammwegs ist eine vollständige Umrundung des Stausees bis zum Abschluss der Arbeiten nicht möglich. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, dies bei der Planung ihres Aufenthalts zu berücksichtigen und ausschließlich die freigegebenen und ausgeschilderten Wege zu nutzen.

Einschränkungen bei Ardeas Seenwelt

Die Baumaßnahme führt außerdem zu Nutzungseinschränkungen im Bereich der Ardeas Seenwelt. Für die Arbeiten muss der Wasserstand des Stausees planmäßig auf etwa 4,00 m abgesenkt werden. Unter diesen Bedingungen kann die Wasserfläche insbesondere für den Tretbootverleih am Bootshaus Ardeas Seenwelt vorübergehend nicht genutzt werden.

Der derzeit niedrige Wasserstand ist nicht auf die anhaltende Trockenheit zurückzuführen. Er ist durch die technisch notwendige und planmäßige Absenkung des Stausees für die Erneuerung der Asphaltdichtung bedingt.

Erneuerung in zwei Bauabschnitten

Die Asphaltdichtung schützt den Staudamm und ist für den sicheren Betrieb der Kinzigtalsperre von zentraler Bedeutung. Bereits im Jahr 2014 wurde der nördliche Teil der Asphaltdichtung nach rund 35 Betriebsjahren vollständig erneuert. Am südlichen Teil war es damals nur notwendig die schützende Mastixschicht zu erneuern.

Nach inzwischen rund 47 Betriebsjahren hat nun auch der südliche Teil der Asphaltdichtung seine altersbedingte Nutzungsgrenze erreicht. Dieser Abschnitt wird daher jetzt grundlegend und vollständig erneuert.

Der Wasserverband Kinzig, dessen Mitglieder der Main-Kinzig-Kreis, die Stadt Hanau und die Stadt Frankfurt am Main sind, investiert für den Schutz der Menschen gegen Starkregen und Hochwasser rund drei Millionen Euro. Durch den Einsatz modernster Materialien und Bauverfahren werden die mechanische Widerstandsfähigkeit, die Lebensdauer und die Betriebssicherheit der Kinzigtalsperre dauerhaft verbessert.

Der Wasserverband Kinzig bittet deshalb die Bevölkerung sowie die Besucherinnen und Besucher der Kinzigtalsperre um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen. Die Sicherheit der Öffentlichkeit sowie eine sichere und zügige Durchführung der Arbeiten haben oberste Priorität.

Die Kinzigtalsperre wird ihre Aufgaben im Hochwasserschutz und bei der Niedrigwasseraufhöhung auch während der gesamten Bauzeit jederzeit erfüllen.

/von geschwindner@wasserverband-kinzig.de

2024 war ein gutes Jahr fürs Grundwasser

Aktuelle Projekte, Presse, Wasserversorgung
Grundwasser Messpunkt

Grundwasser-Messstelle

Wasserverband stellt Förderbericht und ökologisches Monitoring vor

Für die Grundwasserstände im südlichen Vogelsberg war 2024 ein gutes Jahr. Die im niederschlagsreichen Jahr 2023 begonnene Erholung der Reservoirs konnte fortschreiten. Zeitgleich förderte der Wasserverband Kinzig aus technischen Gründen weniger Grundwasser. Zu diesen Ergebnissen kommt der Jahresbericht des Wasserverbands Kinzig (WVK), der am Mittwoch, 30.10., dem Regierungspräsidium Darmstadt, den Gemeinden Brachttal und Birstein sowie der Presse vorgestellt wurde.

Dabei zeigte der Bielefelder Geologe Thomas Grünz vom Büro BGU Dr. Brehm & Grünz GbR zunächst auf, dass es in der Region im Winter überdurchschnittlich viel und im Sommer in normalen Mengen geregnet habe. Das Jahresende sei dann etwas zu trocken gewesen. Bei der Wasserförderung bilanzierte der Gutachter, dass der WVK im Gewinnungsgebiet Neuenschmidten deutlich unter der genehmigten Fördermenge geblieben ist (1,71 Mio. m³/a bzw. 68%). Zwei Brunnen wurden gedrosselt, als an einer Monitoringmessstelle an fünf Tagen der erste Mindestgrundwasserstand unterschritten wurde.

Gemäß Wasserrechtsbescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt muss bei Erreichen des ersten Grenzwertes (Mindestgrundwasserstand) die Förderung gedrosselt und bei Erreichen des zweiten Wertes (Grenzgrundwasserstand) muss der zugeordnete Brunnen abgeschaltet werden, bis der entsprechende Grundwasserstand wieder erreicht wird. Der WVK betreibt deshalb zahlreiche mit modernen Datenloggern ausgestattete Messstellen, um ein umfangreiches und sicheres Grundwassermonitoring zu gewährleisten und im Förderregime schnell reagieren zu können.

Ohne größere Auffälligkeiten verlief demgegenüber das Jahr im Gewinnungsgebiet Kirchbracht/ Illnhausen. Hier war die Erholung des Grundwasserniveaus durchgängig, und ein Zusammenhang mit der Förderung kaum erkennbar, so der Gutachter. Insgesamt wurden 1,57 Mio. m³/a bzw. 95,6 Prozent der genehmigten Menge gefördert. Der in die Jahre gekommene Brunnen Illnhausen wurde inzwischen ertüchtigt und soll im kommenden Jahr unter strengen wasserrechtlichen Auflagen wieder in Betrieb genommen werden.

Ein weiterer wichtiger Teil des Jahresberichts sind auch die Wechselwirkungen zwischen Klima, Wasserförderung und dem Gewässerzustand des Gewinnungsgebiets. Hierzu stellte der Gießener Agraringenieur Rupert Meier vom Ingenieurbüro Meier & Weise seine Monitoringerge

Monitoring der Feuchtwiesen

bnisse vor. Zur Untersuchung der Böden nahm der Gutachter auf Feuchtwiesen circa ein Meter tiefe Bohrungen vor. Dazu wählte er Flächen mit und ohne Beeinflussung durch Grundwasserförderung und verglich diese sowohl miteinander als auch mit seinen früheren Ergebnissen von 2004 und 2014. Ergebnis: Aufgrund mehrerer Trockenjahre ab 2015 fiel in den vergangenen Jahren auch bei Flächen ohne Förderung im Sommer der Grundwasserspiegel.

Weiterhin stellte Meier über den Zeitraum von 20 Jahren eine geringfügige Versauerung der Oberböden fest, was für Mitteleuropa ein natürlicher Vorgang sei. Zudem registrierte er auf den meisten Flächen trotz sinkender Wasserspiegel eine Zunahme der organischen Substanz, was den Humusaufbau begünstigt habe. Der Wasserstand in der Aue sei immer noch hoch.

Für die Gewässer stellte der Geologe fest, dass die Bracht sich ober- wie unterhalb der geplanten Entnahmestelle in Illnhausen in einem guten Zustand befindet. Das gleiche gilt für den Horstbach bei Kirchbracht.

Fazit: Alle Auflagen zu einer umweltschonenden Grundwassergewinnung wurden vom WVK eingehalten, dennoch bleibt der Interessenkonflikt mit der IG Wasser und den Gemeinden in den Fördergebieten mit der Forderung nach Reduzierung und dem Wassersparen im Ballungsraum. Dazu betonte der Geschäftsführer des WVK, Holger Scheffler, dass die Mitglieder des WVK (Main-Kinzig-Kreis, Städte Hanau und Frankfurt) in die klimafeste Trinkwasserversorgung der Region investieren und mit einem High-Tech-Wasserwerk an der Kinzigtalsperre einen großen Beitrag im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels sowie für die Versorgungssicherheit der Menschen heute und die Generationen von morgen leisten.

/von Stefan Röttele
Die beiden Oberbürgermeister Mike Josef (Frankfurt, v.r.) und Claus Kaminsky (Hanau) im Gespräch mit dem Ersten Beigeordneten des Main-Kinzig-Kreises Andreas Hofmann vor der Kulisse des Kinzigstausees.

Schulterschluss am Kinzigstausee

Aktuelle Projekte, Allgemeines, Presse, Wasserversorgung

Frankfurt, Hanau und Main-Kinzig-Kreis machen ihre Trinkwasserversorgung klimafest

Für einen regionalen Schulterschluss sind am Mittwoch, den 24.09.2025, Spitzenvertreter aus Politik und Kommunalwirtschaft an der Kinzigtalsperre bei Bad Soden-Salmünster zusammengekommen. In unmittelbarer Nachbarschaft des Stausees soll ein neues Wasserwerk entstehen, das mit Ultrafiltration jährlich bis zu neun Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser aufbereiten und so auf nachhaltige Weise die Trinkwasserversorgung zwischen Main und Kinzig mit absichern soll.

Bauherr dieses hessenweiten Modellprojekts ist der Wasserverband Kinzig (WVK), in dem die Städte Frankfurt und Hanau sowie der Main-Kinzig-Kreis, eine boomende Region mit insgesamt 1,3 Millionen Menschen, vertreten sind. Ein Entwurf der Antragsunterlagen liegt dem Regierungspräsidium Darmstadt zur ersten Vollständigkeitsprüfung vor. Die Unterlagen werden im Anschluss noch angepasst und ergänzt. Danach startet formell das Zulassungsverfahren. Die Investitionskosten für das High-Tech-Wasserwerk inklusive einer acht Kilometer langen Trinkwasserleitung belaufen sich auf ca. 70 Millionen Euro. Nach der behördlichen Zulassung wird umgehend mit der Ausschreibung begonnen, um schnellstmöglich in Betrieb gehen zu können.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef sprach von „einem Brückenschlag zwischen Stadt und Land: Frankfurt investiert hier in die Versorgungssicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Wir übernehmen auch Verantwortung für den Zusammenhalt in unserer Region und bekennen uns hinsichtlich unserer Wasserbeschaffung zum nachhaltigen Handeln. Diese Form der Trinkwassergewinnung aus einer Talsperre ist nicht nur innovativ und modern, sie ermöglicht uns auch, dem Grundwasser in kälteren Monaten Zeit zur Regenerierung zu geben.“

Eine realistische Visualisierung des geplanten Wasserwerks und sein Platz in der Landschaft

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Vor mittlerweile 62 Jahren wurde der Wasserverband Kinzig durch die Altkreise Hanau und Gelnhausen sowie die Städte Frankfurt und Hanau gegründet. Seitdem hat sich der Verband zu einem ganzheitlichen wasserwirtschaftlichen Organ in der Main-Kinzig-Region entwickelt. Am Beispiel des Verbandes kann man sehr gut nachvollziehen, wie wichtig gute und zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und Kreisen ist. Das neue Wasserwerk sorgt für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Wasserversorgung der Menschen in der Region und bis nach Frankfurt und hat dabei immer den Schutz regionaler Ressourcen und der Stabilisierung des ökologischen Gleichgewichts im Blick.“

Für den Main-Kinzig-Kreis sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Andreas Hofmann: „Wir investieren hier groß in unsere Zukunft und unseren Wohlstand, der natürlich auch eng mit der Prosperität Frankfurts und Hanaus zusammenhängt. Von der aufbereiteten Menge wird die Hälfte des Wassers im Kreisgebiet MKK verbleiben und über unsere Kreiswerke direkt unseren Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. Zugleich bietet uns das neue Wasserwerk die Chance, diesen wichtigsten aller Rohstoffe nachhaltig zu fördern, Grundwasserreserven zu entlasten und damit eine Sorge vieler Menschen im Fördergebiet zu mildern.“

Peter Arnold, Verbandsvorsteher des WVK, und WVK-Geschäftsführer Dr. Holger Scheffler informierten die Gäste über die Besonderheiten und Herausforderungen des komplexen Vorhabens. Laboruntersuchungen zufolge hat das entnommene Wasser eine sehr gute Ausgangsqualität. Der Aufbereitung liegt ein mehrstufiges Verfahren mit feinster Filter- und Membrantechnik zugrunde. Das aufbereitete Wasser wird dann über eine acht Kilometer lange Transportleitung zum WVK-Hauptwasserwerk in Wächtersbach-Neudorf gepumpt. Im Sommer wird es dort mit aufbereitetem Brunnenwasser gemischt, um es auf die ideale Temperatur zu bringen.

Als klimafest gilt die Aufbereitung des Oberflächenwassers, weil sie eine Antwort auf die klimatischen Veränderungen in Bezug auf den Wasserkreislauf darstellt. Klimawissenschaftler erwarten künftig noch längere Trocken- und Hitzeperioden als bisher sowie mehr Unwetter mit Starkregen, der nicht versickert, sondern auf trockenen Böden schnell abfließt. Durch die Entnahme aus dem Stausee wird dieses neue Reservoir nutzbar gemacht. Das ermöglicht in der kalten, regenreichen Jahreszeit eine Drosselung der Brunnenförderung, sodass der Grundwasserspiegel sich schneller erholen kann.

Regierungspräsident Jan Hilligardt als Vertreter der Genehmigungsbehörde sicherte neben der sorgfältigen Prüfung auch eine zügige Bearbeitung zu. „Mit der Oberflächenwasseraufbereitung betreten wir in Hessen Neuland. Viele weitere Aspekte sind zu betrachten und brauchen Zeit. Für das Verfahren musste sogar eigens eine Verordnung geändert werden. Das RP wird die verschiedenen für das Projekt erforderlichen Zulassungsverfahren mit der nötigen Sorgfalt und Profession durchführen, die Anträge unter Beteiligung aller Fachbehörden gründlich prüfen und – wenn alle Anforderungen erfüllt sind – das Vorhaben unter Einhaltung der notwendigen Randbedingungen genehmigen.“

Schulterschluss an der Kinzigtalsperre (v.l.): Martina Butz (Geschäftsführerin Stadtwerke Hanau), Peter Arnold (Verbandsvorsteher Wasserverband Kinzig), Holger Scheffler (Geschäftsführer Wasserverband Kinzig), Jannik Marquart (Kreisbeigeordneter Main-Kinzig-Kreis), Christian Zimmermann (Bürgermeister Steinau a.d. Straße), Andreas Hofmann (Erster Kreisbeigeordneter Main-Kinzig-Kreis), Oliver Habekost (Geschäftsführer Kreiswerke Main-Kinzig GmbH), Mike Josef (Oberbürgermeister Stadt Frankfurt am Main), Claus Kaminsky (Oberbürgermeister Stadt Hanau), Jan Hilligardt (Präsident RP Darmstadt), Dominik Brasch (Bürgermeister Bad Soden-Salmünster), Isabelle Hemsley (Stadträtin für Infrastruktur, Stadt Hanau)

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Meilensteine

–           2018: Das Umweltministerium Hessens erhebt das Vorhaben zum Pilotprojekt und fördert die wissenschaftliche Begleitung der Versuchsanlage mit 250.000 Euro.

–           2018 / 2019:  externe Experten attestieren dem Projekt sehr gute Erfolgschancen und bestätigen die gewählten technischen Schritte als geeignet.

–           2020 / 2021: Ergebnisse des Pilotversuchs zeigen eine sehr gute Trinkwasserqualität. Auch die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist positiv. Der WVK beschließt, eine Großanlage am Kinzigstausee zu errichten.

–           2022 bis März 2025:  Der WVK informiert die Behörden (RP DA, Gesundheitsamt etc.) und die betroffenen Kommunen wiederholt über den Projektstand. Zudem wird das Vorhaben mit Umweltverbänden (BUND, NABU, Schutzgemeinschaft Vogelsberg, IG Wasser südöstlicher Vogelsberg) diskutiert. Phasen von der Vor- bis zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung werden durchlaufen.

–           2. Juli 2025: Einreichung der Planunterlagen beim RP Darmstadt zur Vollständigkeitsprüfung

–           voraussichtlich Ende 2025: Start des Zulassungsverfahrens

/von Stefan Röttele

Der WVK nutzt die Gelegenheit bei der Baumpflanz-Challenge mitzuwirken

Allgemeines, Presse, Termine und Aktivitäten
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/von geschwindner@wasserverband-kinzig.de

Sicherheit und Vorsorge im Einzugsgebiet der Kinzig

Aktuelle Projekte, Hochwasserschutz, Presse

v.l.: Patrick Weis (WVK-IT-Leiter), Andrea Götze (WVK-Leiterin Finanzen) und Dr. Holger Scheffler (WVK-Geschäftsführer) erläutern das geplante Hochwasserrückhaltebecken an der Bracht. Bürgermeister Andreas Weiher, Ortsbeiratsmitglied Georg Jung und Grundbesitzer Manfred Kistner stehen geschlossen hinter dem Vorhaben.

Bei einem Ortstermin am Montag, 28. Juli, hat sich Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher, über den Stand des geplanten Hochwasserrückhaltebecken (HRB) in Weilers/Bracht informiert. Der Wasserverband Kinzig (WVK) plant im Lauf des Kinzigzuflusses oberhalb des Ortsteils den Bau einer ökologisch durchgängigen Anlage. Nach Einreichung der Planfeststellung im Mai rechnet der WVK für 2027 mit dem Start der Bauarbeiten.

Bürgermeister Weiher betonte angesichts spürbar zunehmender Hochwasser- und Starkregenereignisse und einer wachsenden Besorgnis in der Bevölkerung seine Verantwortung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger: „Wenn es um Leib und Leben, um das Zuhause unserer Menschen und die wirtschaftliche Infrastruktur unserer Region geht, darf es keine halben Lösungen geben. Der Schutz unserer Stadtteile entlang von Bracht und Kinzig hat oberste Priorität. Ich stehe fest hinter dem Projekt des Wasserverbands und biete meine volle Unterstützung bei der Umsetzung an – denn jeder verlorene Zentimeter Rückhaltevolumen kann Millionen an Schäden bedeuten.“

Die Maßnahme ist Teil des umfassenden „Hochwasserschutzplans Kinzig“ aus dem Jahr 2007 und soll zukünftig gemeinsam mit der Kinzigtalsperre und einem weiteren geplanten Rückhaltebecken einen wirksamen Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) gewährleisten. Geschäftsführer Dr. Holger Scheffler: „Mit dem Becken können wir den Hochwasserabfluss im Unterlauf der Bracht bei Hochwasserereignissen von derzeit ca. 110 Kubikmeter pro Sekunde auf ca. 48 Kubikmeter pro Sekunde reduzieren. Das schützt nicht nur Weilers und Wächtersbach, sondern hat sogar noch spürbare Wirkung in der Kinzig bis nach Gelnhausen und Hanau.“

Das geplante Trockenbecken ist landschaftsverträglich konzipiert, mit einem rund 420 Meter langen und ca. acht  Meter hohen Damm, der sich unauffällig ins Gelände einfügt. Die Durchgängigkeit für Fische und Tiere wird gewährleistet – der Stauraum wird in normalen Zeiten landwirtschaftlich genutzt. Die Investitionsumme beträgt aktuell 15 Millionen Euro. Ein digitales Mess-Monitoring sorgt für zeitgemäße Überwachung im Rahmen eines vernetzten Schutzsystems entlang der Kinzig.

Die Planfeststellung wurde im Mai 2025 beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht. Die Offenlegung der Planunterlagen läuft mit einer Prüf- und Genehmigungszeit von etwa 12 bis 18 Monaten, gefolgt von einer EU-weiten Ausschreibung und Vergabe. Der Bau soll ca. 2027 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2029/2030 vorgesehen. Bürgermeister Andreas Weiher und Dr. Holger Scheffler fassen zusammen: „Dieses Projekt steht für eine vorausschauende Daseinsvorsorge. Es ist das richtige Signal zur rechten Zeit – für eine Region, die gemeinsam Verantwortung übernimmt.“

/von Stefan Röttele

Pilotprojekt des Landes Hessen

Aktuelle Projekte, Presse, Wasserversorgung

v.l.: Dr. Holger Scheffler (Geschäftsführer WVK), Michael Ruhl (Staatssekretär HMLU), Dr. Hans-Otto Wack (wissenschaftlicher Berater WVK), Peter Arnold (Verbandsvorsteher WVK), Dr. Wilhelm Bouwer (Abteilungsleiter im HMLU)

 

Staatssekretär Ruhl informiert sich über die geplante Trinkwasseraufbereitung an der Kinzigtalsperre

Michael Ruhl, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU), hat sich am Freitag (4. Juli 2025) am Kinzigstausee über die geplante neue Trinkwasseraufbereitung informiert. In unmittelbarer Nachbarschaft der Talsperre sollen ab 2028/29 bis zu neun Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Staukörper entnommen, mittels modernster Technik aufbereitet und für die Region Rhein-Main-Kinzig bereitgestellt werden. Die Grundwasserförderung in diesem Randbereich des Vogelsbergs kann so während der nassen Jahreszeiten gedrosselt werden und damit zur Wiederaufspiegelung der Wasserstände in den Brunnen beitragen.

Peter Arnold, Vorsteher des Wasserverbands Kinzig (WVK), und Geschäftsführer Dr. Holger Scheffler sowie der wissenschaftliche Berater des WVK, Dr. Hans-Otto Wack, konnten dem Gast zudem die erfreuliche Mitteilung machen, dass an diesem Mittwoch der umfangreiche wasserrechtliche Antrag für die erforderlichen Gestattungen zur Vollständigkeitsprüfung beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eingereicht worden ist – ein wichtiger Meilenstein für das 70 Millionen Euro-Vorhaben, dessen Machbarkeitsversuche 2018 zum Pilotprojekt des Landes Hessen erhoben und mit 230.000 Euro gefördert wurden.

Staatssekretär Michael Ruhl beglückwünschte den WVK zur Erreichung des Meilensteins. „Dieses neue Wasserwerk gehört zu den Pilotvorhaben in Hessen, die wir seitens der Landesregierung mit großem Interesse verfolgen. Wir haben gerade wieder eine extrem heiße und trockene Phase des Sommers. Es ist offenkundig, wie wichtig es ist, unsere Infrastruktur, zu der die Einrichtungen der Trinkwasserversorgung zählen, an den Erfordernissen des Klimawandels auszurichten. Mit der geplanten Trinkwasseraufbereitung an der Kinzigtalsperre stärken wir die nachhaltige Versorgungssicherheit der Region.“

/von Stefan Röttele

Wetter in Wächtersbach


HLNUG – Pegelstände

HLNUG – Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
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